Welches Haus darf’s denn sein?

Gute Frage! Komplizierte Frage.

 

Am Anfang steht man da und weiß nicht was für einen das Richtige ist. Dann fängt man an den Webbrowser zu öffnen und beginnt sich zu informieren. Nach ca. 513 Stunden ist man etwas schlauer und weiß ganz grob was man möchte oder man ist noch verwirrter. Aber fangen wir von vorne an:

 

1.) Bauweise: Massivbau oder Fertigbau

Tatsächlich habe ich vermutlich die meiste Zeit in die Recherche der Bauweise und der Materialien gesteckt. Welche Vorteile und Nachteile haben die einzelnen Systeme, welche Leistungsdaten (Dämmwerte, Wärmekoeffizient, Phasenverschiebung, Dampfdiffusionswiderstand, …) haben welche Baustoffe und welche Erfahrungen haben Andere gesammelt. Mehr darüber findet Ihr im Beitrag zum Wandaufbau. Parallel dazu haben wir (im Nachhinein etwas verfrüht) erste Gespräche mit Bauunternehmen geführt. Schnell ist uns dabei klar geworden dass für uns nur ein Massivbau, Stein auf Stein oder ein ökologischer Fertigbau/Holzhaus in Frage kommen. In einem der nächsten Beiträge werde ich noch genauer auf das Thema Wandaufbau eingehen. Lange Rede kurzer Sinn, ein ökologisches Fertighaus/Holzhaus war bei uns zu teuer, somit blieb nur noch Stein auf Stein, bei uns Porenbeton (auch bekannt unter Ytong).

 

2.) Architekt oder Generalunternehmer

Ein Architekt plant ein Haus nach den individuellen Wünschen des Kunden. Ein Generalunternehmen kann dies auch, hat aber im Regelfall vorgefertigte Häuser die man auf seine eigenen Bedürfnisse anpasst. Beides kam für uns in Frage aber der Grund weshalb wir uns für einen Generalunternehmer entschieden haben, lag in der Kalkulierbarkeit des Preises. Ein Architekt kann vorab nur den Groben Preis für jedes Gewerk schätzen, die eigentlichen Kosten können erst bei Ausschreibung ermittelt werden. Der Generalunternehmer garantiert einem bei Unterschrift des Bauwerkvertrags im Regelfall einen Festpreis. Da unser Grundstück relativ groß und damit teuer ist, muss mit dem verbleibenden Budget gut und vor allem verlässlich kalkuliert werden. Daher stand für uns der Entschluss fest, einen Generalunternehmer zu beauftragen

 

3.) Grundrissplanung

Mir war es wichtig selbst zu entscheiden welche Art von Haus ich bauen will, in welcher Größe und mit welchen Merkmalen. Daher wollten wir einen Großteil der Hausplanung selbst vorab übernehmen. Das allgemeine Baugrundgutachten in unserem Baugebiet lies nichts Gutes erahnen (was auch später durch unser eigenes Baugrundgutachten bestätigt wurde). Hohes Grundwasser (WU-Beton notwendig), felsiger Boden (erhöhte Kosten für Grabarbeiten) und relativ hoch gelegene Abwasserleitungen (Grauwasserhebeanlage notwendig) deuteten auf Mehrkosten hin. Aus diesem Grund haben wir uns relativ schnell gegen einen Keller und damit zum Bau des Hauses auf einer Bodenplatte entschieden. Wichtig ist es auch den Bebauungsplan gut zu studieren um die richtige Trauf-/Firsthöhe, Grenzabstände usw. richtig einplanen zu können. Danach wurde festgelegt welcher Platzbedarf (inkl. Ausgleichsflächen für den fehlenden Keller) benötigt wird und anschließend die Grundrissplanung durchgeführt. Dabei wurden zahlreiche Runden mit verschiedenen Hausabmaßen, Raumaufteilungen und Größenänderungen durchgeführt (danke auch nochmals an meinem Vater für die Tatkräftige Unterstützung) bis alle Beteiligten zufrieden waren. Hilfreich ist es dabei auf ein (einfaches) CAD-System zu setzen (wir verwenden Ashampoo Home Designer Pro), um Anpassungen schnell durchführen zu können und die Ergebnisse gleich 3D betrachten zu können. Ebenfalls sollte man sich Gedanken zur Ausstattung machen: (elektrische) Rollläden, Anzahl Außen-/Innensteckdosen, Heizungsart, Fenster, Treppe usw. Hat man all diese Punkte abgearbeitet, steht der Suche nach dem passenden Generalunternehmer nichts mehr im Weg.

 

4.) Auswahl des Generalunternehmers

Wenn man die ersten zwei Punkte für sich geklärt hat, reduziert sich die Anzahl der Anbieter relativ schnell. Es gibt im Massivbau (im Gegensatz zum Fertigbau) nur wenige überregionale Anbieter, dafür gibt es deutlich mehr regionale. Wir haben es “etwas” übertrieben mit den Anfragen bei Generalunternehmern (>25 Anfragen). Dadurch haben wir zahlreiche Gespräche geführt und nicht nur einmal Musterhäuser besucht. Wichtig ist, dass man sich vorab schon im Klaren ist, was man haben will. Dies bedeutet Punkt drei sollte zu diesem Zeitpunkt ebenfalls abgearbeitet sein, nur so schafft man es vergleichbare Angebote einzuholen. Am Schluss hat sich unsere Auswahl auf zwei Anbieter konzentriert. Die Ausstattung und Leistungen waren nahezu identisch, auch preislich lagen beide nicht weit auseinander. Wir haben uns schlussendlich für Town & Country entschieden, da der Franchisepartner Regional baut und man somit einen Ansprechpartner in der Nähe hat. Ebenfalls hat der bereits zuvor langjährige, freundliche Kontakt zu unserem Verkäufer, Herr Schumm, eine Rolle gespielt. Wichtig ist, vor Abschluss des Bauwerkvertrags, diesen noch von einem unabhängigen Sachverständigen und einem Rechtsanwalt überprüfen zu lassen. Hier bekommt man noch den ein oder anderen Hinweis, der für die Verhandlungen wichtig ist bzw. einen vor so manchem Fallstrick schützt. Auf unserem Weg zum Haus begleitet uns daher die BauartMassivbau GmbH aus Reutlingen. Die zugehörige Unterschrift haben wir am 14.06.2017 unter den Vertrag gesetzt.

 

 

Wir freuen uns auf die kommenden Wochen und Monate!

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